Selbsterkenntnisse

All-ein-sein= fürmichdasein 

Ich liebe Menschen und unsere Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Ich kann mich viel anpassen und bin gerne für und mit anderen. Meine tiefe Liebe zu Menschen ist mir angeboren und hat schon immer dafür gesorgt, dass ich trotz meiner Wunden und Verletzungen ins Leben gehe, den Kontakt zu ihnen aufrecht erhalte und mich nicht für immer „einigele“.

Und dann gibt es immer mal wieder diese kurzen Phasen, da komme ich mit der Nähe zu anderen nicht zurecht. 
In diesen Phasen fühle ich mich isoliert, getrennt, abgestoßen und nirgends zugehörig. Ich muss für mich sein. Lange hatte ich damit ein Problem und litt sehr unter Einsamkeit. Ich versuchte krampf- und zwanghaft dieser zu entkommen.

Ich kann diese Phasen nun mittlerweile schon mehr genießen und mich ihnen hingeben. Ich weiß, sie schotten mich gewollt von anderen ab, sie sind wichtig und zwingen mich, Zeit mit mir selbst zu verbringen, mich zu beobachten, mich kennen-und lieben zu lernen. 

Diese Phasen helfen mir meine Gefühle und Wunden tief wahrzunehmen und herauszufinden was ich brauche, was ich von Herzen mag und wer ich sein möchte. Wenn ich Zeit mit mir selbst alleine verbringe, komme ich meinem wahren Wesen jedes Mal ein tiefgreifendes Stück näher und damit der Liebe in mir, die ich dann wieder weiter verschenken kann. 

Ich verliere so nach und nach meine Angst vor dem Alleinsein und komme immer mehr an
-im Selbstvertrauen. 

Ich weiß dann wieder, ich kann mich auf mich verlassen. Darauf, dass ich mich gut um mich selbst kümmere, dass ich mir das Leben schön mache, mit allem was mir möglich ist. Ich bin für mich da. In allen Zeiten und Lebenslagen.

Ich versuche mir jeden Tag ein bisschen Zeit nur mit mir zu geben. Robert Betz sagt immer: jeden Tag eine Stunde, jede Woche einen Tag, jeden Monat ein Wochenende, jedes Jahr eine Woche.

Und oft verpasse ich mir auch mal längere Phasen des „Fürmichseins“ freiwillig einzurichten. 
Das Leben sorgt gut für mich und richtet mir dann ab und an diese Zwangspause ein, nach der ich dann wieder aufgerichtet und offen der Welt und anderen Menschen begegnen kann. 

Text vom 21. Dezember 2022