Wer bin ich?
Diese künstliche Welt mit ihrem Weltbild, das mir hier suggeriert wird, ist eine einzige Täuschung, die mir weiß machen möchte, dass sie mir sagen kann, wer ich bin. Diese Welt kann es mir niemals sagen.
Das fängt mit den Eltern an, die versuchen mir zu sagen wer ich zu sein habe, Erziehung nennt man das, geht weiter über Kindergarten und in der Schule. Lehrer und Erzieher sagen mir wann ich auf Toilette muss und was mich jetzt zu interessieren hat.
Nach diesen ersten Jahren meines Lebens bin ich dann so verwirrt und weit weg von mir selbst und plötzlich es ist keiner mehr da, der mir sagt wer ich bin. Da ich es selbst nicht mehr weiß und verlernt habe es in mir zu spüren, begebe ich mich also auf die Suche. Ich suche unbewusst in Filmen und Serien, in meiner Arbeit und meinem Tun, beim Chef, in Zeitungen und Zeitschriften, in Sternzeichen, Human-Design, bei Ärzten, in der Mode, bei spirituelle Heilern, Coaches, Partnern, Freunden usw. So wird jede Suche irgendwann zu einer Sucht. Und das ist von dieser künstlichen Welt gewollt, denn sie braucht Verwirrte, Suchende, Kranke und Süchtige. Sie lebt davon.
Aber niemand kann mir sagen, wer ich bin. Ich muss und kann es nur ganz alleine herausfinden. Und solange ich mir dieser Täuschung und meiner Suche nicht bewusst bin, suche ich weiter an der falschen Stelle. Dabei muss ich mich ausprobieren, mich beobachten, die Konsequenzen beobachten, was sind meine Fähigkeiten? Was sind meine Wünsche? Wirkt es sich konstruktiv aus, für die Gesamtheit, die mich einschließt, was ich da tue, sage, denke? Womit ich mich beschäftige? Oder destruktiv, lenkt es ab, kompensiert, hält mich klein, in einem Kreislauf gefangen? Ist es mein Wunsch diese Erfahrungen zu machen oder fühle ich mich fremdbestimmt und will doch etwas anderes wählen?
Ich bin die einzige, die es herausfinden kann. Nur meine Worte zählen im Kontext, -wer bin ich-mein Wissen, mein Glauben, meine Gedanken, meine Gefühle. Was braucht es dafür? Aufmerksamkeit bei mir. Hinschauen, was sagt das Verhalten anderer oder das was ich sonst bei ihnen beobachte über MICH? Auch ich kann anderen nicht sagen, wer sie sind. Ich kann nur auf mich schauen und in mir herausfinden, wer ich bin. Und vor allem wer ich nicht bin. Es ist keine einmalige Erkenntnis. Es ist ein Spiel, eine Reise.
Ich liebe es mich mit mir selbst beschäftigen. Das ist meine größte Leidenschaft. Ich selbst.
Das klingt für manche Menschen vielleicht eingebildet, so nannte man es jedenfalls in meiner Kindheit, eingebildet, und sowas wie nimm dich nicht so wichtig, aber das ist nur eingeredet, denn diese Welt will mich genau davon abhalten- mich mit mir selbst zu beschäftigen. Ich soll mich mit allem anderen beschäftigen, nur nicht mit mir selbst. Warum? Was könnte ich da entdecken, was dieser künstlichen Welt gefährlich sein könnte?
Nun, da ich auf meiner Reise der Selbstbeschäftigung erkannt habe, dass ich schon immer Schöpfer meiner eigenen Realität war, ein unwissender Schöpfer (wie sagte es schon Goethe, die Geister, die ich -unbewusst-meine Anmerkung- rief, werd ich nun nicht los) ist es ja meine Entscheidung auf wen ich höre. Auf das eingeredete Blabla wie und wer ich zu sein habe, oder auf das was meine Beobachtung, mein Herzbewusstsein mir sagt. Ich bin nicht allein mit meinen Gedanken. Ich bin verbunden mit etwas großem weisen, wie jeder von uns. Und ich kann es hören, wahrnehmen, fühlen und deutlich spüren. Ich kann dadurch die Täuschungen durchschauen.
Ich lasse mich dennoch von den süßen Täuschungen noch immer verführen. Aber ich bin mir ihrer bewusst. Ich bin mir bewusst, dass sie allesamt Drogen sind, Rausch verursachen, mich von mir selbst ablenken, mich mein Selbst vergessen lassen, unterdrücken und verwirren. Und die Konsequenzen sind der Kater -die ungeliebten Gefühle, Ängste, Gedanken, die danach noch stärker zurückkommen. Ich sehe viele dieser Rauschmittel. Alles kann eine Droge sein, Fernsehen, Essen, Kaufen, Menschen, Kaffee, Reisen. Es braucht nicht Alkohol, Zigaretten, Energiedrinks, Medikamente, oder die anderen klassischen bekannten Drogen. Alles was mich vergessen und nicht fühlen lässt ist eine Droge.
Ich bin hier für die Selbsterforschung, die Selbsterfahrung. Mich in Präsenz und Rauschmittelfreiheit zu üben. Das macht mir Freude. Ich bin nach 15 Jahren Bewusstseinsarbeit noch ganz am Anfang. Denn erst jetzt habe ich die Zügel wirklich in die Hand genommen. Erst jetzt habe ich bedingungslos akzeptiert, dass ich schon immer der Schöpfer meiner Welt war.
Ich habe mich schwer damit getan, dass ich all das Leid und den Schmerz, der mir begegnet ist, selbst erschaffen habe. Und noch immer gibt es Teile in mir, die das nicht erkennen können. Gleichzeitig ist in mir so eine Klarheit darüber, dass das so ist und wenn ich genau und ehrlich hineinschaue, offenbart sich mir jedesmal, wie ich das unbewusst gemacht habe.
Wir sind göttliche Wesen mit so großen Kräften, die wir nicht vollständig für uns nutzen können, solange wir nicht akzeptieren, dass wir sie leider aus Unwissenheit darüber, dass wir sie haben, oft gegen uns verwenden. Und diese Wahrheit schmerzt. Ich habe mir alles selbst angetan? Ja und solange ich das nicht bedingungslos akzeptiere, komme ich nicht an meine Macht.
Solange ich diesen Selbstbetrug aufrechterhalte, erschaffe ich mich weiter als Opfer und erkenne meine Macht nicht an.
Das habe ich getan. Ich habe das Göttliche in mir geleugnet und wollte mir (unbewusst) selbst beweisen, dass ich wirklich ein Opfer bin. Doch ich konnte es mir nicht beweisen. Bei jedem ehrlichen Versuch es zu beweisen, kam heraus, dass ich es selbst war. Dass ich Inszenierungen und Täuschungen auf den Leim gegangen bin. Dass ich hereingefallen bin. Dass ich den falschen Gedanken geglaubt habe. Dass ich niedere Absichten hatte, weil ich mir nicht anders zu helfen wusste und mir am Ende damit nur selbst geschadet habe. Dass ich meinen Schmerz über die Täuschungen selbst zu Leid verwandelt habe. Weil ich nicht wach, nicht bewusst, nicht präsent war. Das ist kein Vorwurf an mich selbst, lediglich ein Fakt. Es war ein Spiegel meines Bewusstseins. Ich war nicht hier, nicht anwesend. Nicht in mir, nicht im Körper und so zog das Wissen und die Weisheit an mir vorbei.
Ich habe an diese Ohnmacht in meiner Kindheit geglaubt, an äußere Autoritäten. Es war eine Inszenierung dieser Welt, jedoch nicht die Wahrheit. Ich habe wie so viele, um zu Überleben meine Sinne verschlossen und nicht sehen wollen. Doch jetzt habe ich Verantwortung vor allem meinen Kindern vorzuleben, dass wir göttliche Wesen sind, die erschaffen, von Anfang an, und dass die höchste Instanz in mir selbst und ihnen selbst wohnt. Ich möchte ihnen etwas anderes vorleben. Dass sie Macht haben und dass ich ihnen und ihren Kräften glaube und vertraue. Ich muss großes in mir selbst sehen, damit ich es in ihnen sehen kann.
Und diese Hinweise meines Herzens kann und konnte ich nicht überhören. Einem Herzen kann man nicht befehlen und man kann es auch nicht täuschen.
Und dennoch braucht es Präsenz und ein genaues und ehrliches Hinschauen, um das Herz zu erkennen und sich nicht wieder auf die falsche Fährte führen zu lassen. Die Welt, die ich im Außen beobachte ist auch gleichzeitig meine Innenwelt, nur verzerrt. Ein Spiegel gibt alles verdreht und verzehrt wieder, ist nie wie das Original. Ich muss mich ins große Ganze Bild hineinsetzen. Ich bin nicht getrennt davon. Die Wahrheit und die Zusammenhänge, finde ich nur in meinem inneren.
Ich habe also keine Zeit mehr für Ablenkungen und Rausch. Mein Leben ist zu kostbar um mich weiter auf die falschen Fährten locken zu lassen.
Es geht also am Ende wieder ums Bewusstsein, sich bewusst sein, was gerade JETZT ist und was es JETZT von mir braucht und was ich JETZT geben kann.
Ich suche nicht mehr, ich erschaffe.


